Im Land der
Pharaonen verehrte man die katzenköpfige Basket als Göttin der Fruchtbarkeit und
Schönheit.

Das Getreide in
den reich gefüllten Kornkammern Ägyptens lockte viele Mäuse und Ratten an, die
verheerende Schäden anrichteten. Wahrscheinlich wurden die wilden Katzen zuerst
geduldet, doch schnell lernte man die besonderen Jagdqualitäten der Katzen
schätzen, denn sie hielten die Plage der Nager in Grenzen. Die zunehmende
Besiedelung und Landwirtschaft im Schwemmland des Nils wurde für die wilde
Falbkatze eine ökologische Nische, und sie schloss sich den Menschen an.
Die katzenköpfige Basket
Die mythologische Verehrung in Ägypten begann zur Zeit des Pharaos Tut-ench-Amuns und Ramses. Die Katzengöttin Basket wurde mit dem Mond
assoziiert, gleichzeitig war sie Gemahlin des Sonnengottes Ra. Ihre
phosphoreszierenden Katzenaugen wurden als Spiegelung der Sonnenstrahlen
angesehen. Ihre Aufgabe war es, als Mondkatze bei Nacht die Sonne zu bewachen
und die Schlange der Finsternis, den Todfeind der Sonne, zu bekämpfen. Man
verehrte die Katze nicht nur als göttliches Wesen, sondern auch als Hüterin des
himmlischen Korns. Die katzenköpfige Basket symbolisierte die fetten Jahre, und
die Menschen feierten sie mit rauschenden Festen. Die ambivalente Göttin war
zuständig für Leben und Tod.
Katzen galten als heilige Tiere
Wer
eine Katze tötete oder aus dem Land schmuggeln wollte, wurde mit dem Tode
bestraft. Katzen waren heilige Wesen: Starben sie, trauerten die Menschen wie um
ein Familienmitglied. Die Familienangehörigen rasierten als Zeichen der Trauer
ihre Augenbrauen ab, trugen Trauerkleidung und sangen Klagelieder. Das tote Tier
wurde einbalsamiert und mit kostbaren Bändern umwickelt in einen Katzensarg
gelegt. Auf eigens angelegten Katzenfriedhöfen wurden sie bestattet. Bei
Ausgrabungen fand man sogar einbalsamierte Mäuse neben der Katze, damit sie auf
ihrer Reise ins Jenseits nicht Hunger leiden würde.
Katzenschmuggel
In Ägypten verboten strenge Regeln die Ausfuhr der heiligen Tiere.
Wahrscheinlich gelang es den Phöniziern, die göttlichen Katzen außer Landes zu
bringen. Vermutlich kamen die Tiere um 500 v. Chr. ins antike Hellas. Aus dieser
Zeit stammen Abbildungen von Katzen auf griechischen Vasen. Kaum hatten sie in
Griechenland Fuß gefasst, gelangten sie auf dem Seeweg nach Italien. Innerhalb
kurzer Zeit wurden Katzen aus dem Nahen Osten und Afrika heimisch auf fast allen
Kontinenten.